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KONTAKT

 

Sprecher des GRK:
Prof. Dr. Markus Wriedt

Prof. Dr. Thomas M. Schmidt


Koordinatorinnen:

Corinna Sonntag

Dr. Carmen Nols


Anschrift:

Goethe-Universität Frankfurt

GRK Theologie als Wissenschaft
IG-Farben-Haus (FB 06)

Hauspostfach 47

Norbert-Wollheim-Platz 1

60629 Frankfurt am Main

 

Hier finden Sie uns:
Campus Westend
IG-Farben-Haus, Hauptgebäude
Souterrain, Raum 0.153 
C. Nols: 069 798 33343

C. Sonntag: 069 798 33366

Facebook-Seite des GRK






Daniel Bohnert
(Assoziierter Doktorand)

Goethe-Universität
Fachbereich Ev. Theologie – Kirchengeschichte
Grüneburgplatz 1
60323 Frankfurt am Main

Akademischer Werdegang

Seit Okt. 2007

L3 Studium Deutsch/Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Seit April 2009 L3 Erweiterungsfach Ev. Theologie
Seit April 2011

Doppelstudium MA Philosophie/Geschichte

SS 2012 1. Staatsexamen in den Fächern Deutsch/Geschichte         
WS 2012 Erweiterungsprüfung 1. Staatsexamen im Fach Ev. Religion       

Beruflicher Werdegang

Okt. 2010 - Juli 2012 Tutorium zur Einführung in die Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Goethe-Universität
Seit Feb.2013 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Rahmen des an der Stiftung Leucorea angesiedelten Forschungsprojekts „Das ernestinische Wittenberg - Universität und Stadt (1486-1547)“ in Frankfurt am Main

Promotionsprojekt:

Friedrich Balduin (1575-1627) – Die Vermittlung von Hermeneutik, Exegese und Homiletik an der Leucorea in der Zeit der lutherischen Orthodoxie

Im Rahmen einer sozial- und theologiegeschichtlich angelegten Arbeit werden Leben, Werk und Wirkung Friedrich Balduins, eines bisher kaum beachteten Vertreters der lutherischen Orthodoxie an der Universität Wittenberg (Leucorea) untersucht. Im Fokus steht dabei die Vermittlung von lutherisch-orthodoxer Hermeneutik, Exegese und Homiletik in benachbarte lutherische Territorien und Städte des Heiligen Römischen Reiches und darüber hinaus.

In sozialgeschichtlicher Hinsicht wird Balduins gut zwei Jahrzehnte währende Berufstätigkeit, als Professor primarius der Theologischen Fakultät der Universität, Pfarrer der Wittenberger Stadtkirche und Generalsuperintendent des Kurkreises sowie Assessor des Geistlichen Konsistoriums untersucht. Mehr als zwei Dutzend Promotionen zu Doktoren der Theologie sowie weit über 800 Ordinationen von Kirchenamtskandidaten, die in- und außerhalb Kursachsens tätig geworden sind, hat er während seiner Amtszeit begleitet. Überregionale und überterritoriale Wirksamkeit übte Balduin auch aufgrund der Gutachtertätigkeit im Rahmen der Fakultät. Seine zahlreichen hinterlassenen Schriften, Gutachten und Briefe dokumentieren ein weit gespanntes personelles Netzwerk. 1610 begleitete Balduin Kurfürst Christan II. als Hofprediger nach Prag, der ihn als Nachfolger Polycarp Leyser zu gewinnen suchte. Die Neigung zur akademischen Arbeit verhinderte, dass er nach Dresden wechselte. Der biographische und sozialgeschichtliche Teil der Arbeit erschließt Quellenbestände, die bisher noch unerschlossen oder noch gänzlich unbekannt waren.

In theologiegeschichtlicher Hinsicht werden die Werke Balduins erfasst, bibliographiert und gattungsspezifisch geordnet. Sie sind überwiegend aus seiner berufspraktischen Tätigkeit hervorgegangen sind. Die inhaltlichen Schwerpunkte des umfangreichen Werkes liegen auf der auf Bewahrung ausgerichteten Fortschreibung der lutherisch-orthodoxen Hermeneutik, Exegese und Homiletik und deren Vermittlung in Schule, Universität und Kirche. In diesem Sinne ist Balduin auch als Kommentator des gesamten Corpus Paulinum tätig gewesen (7 Auflagen der posthum erschienenen Gesamtausgabe sind bisher nachgewiesen). Balduin hat mit seinem Werk nicht nur seine prägende Fassung der Lehre von der unio mystica hinterlassen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Fortbildung der lutherisch-orthodoxen Hermeneutik, exegetischen Methodik und Homiletik sowie deren Vermittlung beigetragen. Wo er Exegese und Homiletik in eins setzt, der Dogmatik vorordnet und die Schriftgebundenheit aller Theologie fordert, hat er – trotz aller dogmatischer Gebundenheit – stets die selbständige Auseinandersetzung des Theologen mit der Schrift im Blick.

Anknüpfend an neuere Forschungen zur lutherischen Orthodoxie wird gezeigt, dass die Theologen der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts einen wichtigen Beitrag im Kontext der Professionalisierung der Theologie geleistet haben. Neben der Wiederkehr der Metaphysik (Walter Sparn) ist auch die aus der Schrift selbst genommene Differenzierung theologischer Methodologie im Dienst von Vermittlung und Verkündigung ihr wesentliches Verdienst.