Home
deutsch english

KONTAKT

 

Sprecher des GRK:
Prof. Dr. Markus Wriedt

Prof. Dr. Thomas M. Schmidt


Koordinatorinnen:

Corinna Sonntag

Dr. Carmen Nols


Anschrift:

Goethe-Universität Frankfurt

GRK Theologie als Wissenschaft
IG-Farben-Haus (FB 06)

Hauspostfach 47

Norbert-Wollheim-Platz 1

60629 Frankfurt am Main

 

Hier finden Sie uns:
Campus Westend
IG-Farben-Haus, Hauptgebäude
Souterrain, Raum 0.153 
C. Nols: 069 798 33343

C. Sonntag: 069 798 33366

Facebook-Seite des GRK






Mukadder Hendek
(Stipendiatin von April 2012 bis März 2015)

Goethe-Universität Frankfurt
GRK Theologie als Wissenschaft
IG-Farben-Haus (FB 07)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60629 Frankfurt

Promotionsprojekt: 

Historische Zugänge der klassischen Koranexegese – Eine methodische Annäherung im Vergleich zur jüdischen Toraexegese

Das Dissertationsprojekt verfolgt das Ziel, die Methoden der klassischen Koranexegetik und ihre möglichen jüdischen Ursprünge, Faktoren und Begleitumstände darzulegen und ihre Relation zu den historischen Aspekten der Koranwissenschaft zu ermitteln.

Die Grundfrage der Dissertation lautet, ob und inwieweit die Koranexegeten den Koran durch „fremde“ Methoden ausgelegt haben. Sind die Auslegungsformen, die die Koranexegeten im Laufe der Geschichte entwickelt haben, insbesondere in der frühislamischen Zeit, speziell islamische Herangehensweisen an den Koran, oder haben sie von den in ihrer Umgebung bekannten und verbreiteten Methoden geschöpft? Diese Grundfrage in unserer Arbeit soll beantwortet werden, indem als „fremde“ Methode die jüdische Auslegungsmethode zum Vergleich genommen wird, da die Juden zumindest seit der medinensischen Zeit bis Ende des Mittelalters mit der muslimischen Gemeinde den gleichen historischen Kontext teilten.

Bezüglich der klassischen koranexegetischen Methoden wird der Schwerpunkt auf die historischen Aspekte gelegt, wobei überprüft wird, ob und inwieweit die klassischen Korankommentare diese beachten und in ihre Interpretationen einfließen lassen.

Die islamische Tradition hat ein Instrumentarium entwickelt, die der Koranexegese dienen soll. Es enthält allgemein zwei Perspektiven, aus denen ein Text interpretiert werden kann: eine historische und eine literarisch-philologische Perspektive. Die historische Perspektive enthält Aspekte, die die Historizität und Kontextualität des Korans bzw. die Abhängigkeit des koranischen Textes von Raum und Zeit beachten. Dazu sind insbesondere ǧamʿ al-qurʾ ān wa-tartībihī (Sammlung und Anordnung des Korantextes), makkī wa-madanī (mekkanische und medinensische Verse), sabab an-nuzūl (Anlass zur Herabsendung) und an-nāsiḫ wa-l-mansūḫ (aufhebende und aufgehobene Verse) zu nennen. Daher nimmt man als natürlicher und logischer Konsequenz dieser Tatsache an, dass in der Geschichte und Tradition der Koranauslegung die historischen Bestandteile der ʿulūm al-qurʾān (Koranwissenschaften) in jeder exegetischen Form angewendet worden sind. Die Grundfragen können wie folgt zusammengefasst werden:

 

a) Was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den jüdischen bzw. rabbinischen und islamischen Auslegungsmethoden? Inwieweit haben die muslimischen Exegeten die jüdischen Herangehensweisen/Auslegungsmethoden wahrgenommen und übernommen?

b) Was ist die historische Koranexegese und welche Folgen hat deren Nichtberücksichtigung auf die Koranauslegung?