Home
deutsch english

KONTAKT

 

Sprecher des GRK:
Prof. Dr. Markus Wriedt

Prof. Dr. Thomas M. Schmidt


Koordinatorinnen:

Corinna Sonntag

Dr. Carmen Nols


Anschrift:

Goethe-Universität Frankfurt

GRK Theologie als Wissenschaft
IG-Farben-Haus (FB 06)

Hauspostfach 47

Norbert-Wollheim-Platz 1

60629 Frankfurt am Main

 

Hier finden Sie uns:
Campus Westend
IG-Farben-Haus, Hauptgebäude
Souterrain, Raum 0.153 
C. Nols: 069 798 33343

C. Sonntag: 069 798 33366

Facebook-Seite des GRK






Ilona Dombert
(Stipendiatin von April 2012 bis Oktober 2013)

Goethe-Universität Frankfurt
GRK Theologie als Wissenschaft
IG-Farben-Haus (FB 07)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60629 Frankfurt.

Tel. +49 (0) 170-5849888

ilonadombert AT web PUNKT de

Promotionsprojekt: 

Juden und Christen im Dialog? Genese und Zukunftsperspektiven

Mein Dissertationsprojekt widmet sich den Formierungsprozessen im Dialog zwischen Juden und Christen. Den Schwerpunkt bilden dabei die Entwicklungen seit dem Jahr 2000.

Durch Studium und erste berufliche Erfahrungen bin ich bereits in die vielfältigen Diskussionen zwischen Juden und Christen involviert gewesen. Ich konnte feststellen, dass eine Interpretation der heutigen Situation nur auf der Basis ihrer historischen Entwicklungen zu erreichen ist. Daher wird der erste inhaltliche Teil der Arbeit diese analysieren.

Das im Jahr 2000 von einer Gruppe jüdischer Gelehrter veröffentlichte Dokument „Dabru emet“ wird im Anschluss daran im Vordergrund stehen und bildet die Basis für die weiteren inhaltlichen Schwerpunkte der Arbeit. Die Verfasser machen deutlich, dass von christlicher Seite viel unternommen worden sei, um „den unverändert gültigen Bund Gottes mit dem jüdischen Volk anzuerkennen und den Beitrag des Judentums zur Weltkultur und zum christlichen Glauben selbst zu würdigen“. Daher seien sie „davon überzeugt, daß diese Veränderungen [in den jüdisch-christlichen Beziehungen] eine wohl bedachte jüdische Antwort verdienen“. Unter den Erstunterzeichnern des Dokuments fanden sich Mitglieder unterschiedlicher religiöser Strömungen (Orthodox, Conservative, Reform und Reconstructionist), obwohl es auch elementare Glaubensaussagen behandelt. In der Vergangenheit gab es immer wieder jüdische Stimmen, die die Zusammenarbeit mit dem Christentum zwar grundsätzlich befürworteten, den Dialog über theologische Themen jedoch ablehnten. Für die Gruppe der Unterzeichner scheint also das Gesprächsangebot der Christen über einen Prozess der Selbstreflexion zu einem neu konstituierten Dialogverständnis geführt zu haben.

Und auch für die christliche Seite ist anzunehmen, dass sie zuvor Neukonstitutionen durchlaufen hat. Beispielsweise hat bereits 1965 die katholische Kirche mit der Veröffentlichung von „Nostra Aetate“, und ihrer darin implizit enthaltenen Absage an die Judenmission, ihr Selbstverständnis entscheidend in Frage gestellt. Sie hat mit diesem Schritt möglicherweise auch das erste Fundament für einen kooperativen und konsensuellen Dialog mit den Juden gelegt.

Wie oben angedeutet scheinen in beiden Gemeinschaften Formierungsprozesse stattgefunden zu haben, die ihre Wirkungen bis in die aktuellen Debatten hinein entfalten. Zu klären, aus welcher Motivation heraus beide Dialogpartner diesen Neukonstitutionen nachgekommen sind und ob sich diese Motivationen im Laufe der Dialogprozesse verändert haben, wäre mir ein besonderes Anliegen.

Ziel der Arbeit ist es, zunächst den bisherigen Verlauf des Dialogs zwischen Juden und Christen aufzuzeigen. Anschließend daran sollen auch die aktuellen Entwicklungen, gerade in Deutschland, analysiert und die sich daraus ergebende Einsichten für den weiteren Dialog nutzbar gemacht werden können.