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KONTAKT

 

Sprecher des GRK:
Prof. Dr. Markus Wriedt

Prof. Dr. Thomas M. Schmidt


Koordination:

Dr. Eva Bucher

Corinna Sonntag


Anschrift:

Goethe-Universität Frankfurt

GRK Theologie als Wissenschaft
IG-Farben-Haus (FB 06)

PA-Gebäude, Hauspostfach 25

Norbert-Wollheim-Platz 1
60629 Frankfurt am Main

 

Hier finden Sie uns:
Campus Westend
IKB-Gebäude
Eschersheimer Landstraße 121
60322 Frankfurt am Main
1. OG, Raum 1560 

 

Dr. E. Bucher: 069 798 33388

C. Sonntag: 069 798 33366

Sprechzeiten:

Di 11-13 Uhr

Do 11-13 Uhr

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LIER

Das Treffen mit LIER erfolgte am 3. April. Es handelt sich dabei um eine interdisziplinäre Forschungsplattform des Instituts Marcel Mauss. 2018 wurde das Programm „Religions monothéists et mouvements sociaux d’émancipation“ (Remous) gestartet, welches von Bruno Karsenti und Julia Christ geleitet wird. Die Begegnung war besonders interessant, insofern einerseits das Projekt Remous hinsichtlich des interdisziplinären Ansatzes der Struktur des GRK ähnelt, jedoch andererseits der Zugang zum Themenfeld ‚Religion‘  auf andere Weise erfolgt. Religion wird in seiner Rolle in der Gesellschaft quasi von ‚außen‘ mittels sozio-anthropologischer Methoden beleuchtet.

Signifikanterweise wird, wie Prof. Karsenti uns darlegte, besonders auch den Theorien Freuds zur Gesellschaft und Identitätskonstitution eine wichtige Bedeutung zugeschrieben. Entgegengesetzt der Vorstellung, wonach Religion emanzipatorischen Bewegungen der Moderne zuwiderläuft, betont LIER das religiöser Traditionen zugrundeliegende Potential einer emanzipatorischen Konstitution von Individuum und Gesellschaft. Religion sei nicht nur Teil der Moderne, sondern ohne Religion wäre der moderne Anspruch des Individuums der Selbstbestimmung, wie auch die säkulare Institutionalisierung und Forderung der Gerechtigkeit gar nicht denkbar. Erwähnt wurde außerdem eine Nähe zu den Theorien von Habermas und Durkheim.

Es wurde des Weiteren über die Frage des Verhältnisses von Gewalt und Religion diskutiert. Abgelehnt wird die These, wonach die Äußerung religiös motivierter Gewalt als Ausdruck einer vor- oder anti- modernen Weltsicht zu deuten sei. Das Geschehen religiös motivierter Gewalt sei nur als durch und durch modernes Phänomen greifbar. Ebenfalls fand der Begriff der laicité Erwähnung, wodurch eine klare Kontinuität zu den anderen Programmpunkten unserer Reise gegeben war.

Der Austausch ermöglichte ein Kennenlernen neuer Ansätze und Methoden. Ferner wurde eine weitere Zusammenarbeit zwischen dem GRK Theologie als Wissenschaft und Remous in Aussicht gestellt.