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Sprecher des GRK:
Prof. Dr. Markus Wriedt

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Koordination:

Dr. Eva Bucher

Corinna Sonntag


Anschrift:

Goethe-Universität Frankfurt

GRK Theologie als Wissenschaft
IG-Farben-Haus (FB 06)

PA-Gebäude, Hauspostfach 25

Norbert-Wollheim-Platz 1
60629 Frankfurt am Main

 

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60322 Frankfurt am Main
1. OG, Raum 1560 

 

Dr. E. Bucher: 069 798 33388

C. Sonntag: 069 798 33366

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Di 11-13 Uhr

Do 11-13 Uhr

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"Hebrew Fragments in European Libraries: Books within Books, the European 'Genizah'"

Prof. Judith Schlanger

Nach der Podiumsdiskussion im Institut Catholique war für den Nachmittag ein Besuch der Bibliothèque de l'Alliance israélite universelle in ihren neuen Räumlichkeiten in der rue Michel-Ange vereinbart. Die Teilnehmenden wurden zunächst herzlich vom Leiter der Bibliothek, Jean-Claude Kuperminc, willkommen geheißen, woran die renommierte Paläographin und Kodikologin Prof. Judith Olszowy-Schlanger mit einer Vorstellung des Institutes und seiner Bestände mit seinen mehr als 150.000 Büchern, 1.000 Handschriften und ca. 6.000 Fragmente aus der Kairoer Geniza anschloss.

In ihrem über zweistündigen Vortrag, dessen Schwerpunkt auf den Geniza-Funden lag, stellte Prof. Olszowy-Schlanger einige der bedeutendsten Manuskripte des Instituts wie die beiden Exzerpte aus der hebräischen Version des Buches Ben Sira oder eine der ältesten Abschriften des berühmten Machsor Vitry vor. Gekonnt veranschaulichte sie am vorliegenden Exemplar dessen jeweilige Bedeutung für die jüdische Geistesgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart.

Ausgehend von der Fundgeschichte der Ben-Sira-Fragmente und dem Wettrennen der beiden Gelehrten Adolf Neubauer und Solomon Schechter um ihre Veröffentlichung am Ende der 1890er Jahre skizzierte Prof. Olszowy-Schlanger das in dieser Zeit beginnende wissenschaftliche Interesse an der Handschriften aus der Geniza.

In den darauffolgenden historischen Querschnitten beschrieb sie etwa die anhand der Texte nachzuvollziehenden Spannungen zwischen dem rabbinischen Judentum und den Karäern, das Leben und Werk des jüdischen Religionsphilosophen Mosche ben Maimon (Maimonides), von dem u. a. einige originale Briefe in der Geniza gefunden wurden, oder den Einfluss der islamischen Mehrheitsgesellschaft auf die jüdischen Gelehrten nicht nur der Synagogengemeinde von Fustat. Das rege Interesse der Teilnehmenden zeigte sich in den zahlreichen Fragen, die im Anschluss gestellt wurden und für deren Beantwortung sich Prof. Olszowy-Schlanger ausreichend Zeit nahm.