Home
deutsch english

KONTAKT

 

Sprecher des GRK:
Prof. Dr. Markus Wriedt

Prof. Dr. Thomas M. Schmidt


Koordination:

Dr. Eva Bucher

Corinna Sonntag


Anschrift:

Goethe-Universität Frankfurt

GRK Theologie als Wissenschaft
IG-Farben-Haus (FB 06)

PA-Gebäude, Hauspostfach 25

Norbert-Wollheim-Platz 1
60629 Frankfurt am Main

 

Hier finden Sie uns:
Campus Westend
IKB-Gebäude
Eschersheimer Landstraße 121
60322 Frankfurt am Main
1. OG, Raum 1560 

 

Dr. E. Bucher: 069 798 33388

C. Sonntag: 069 798 33366

Sprechzeiten:

Di 11-13 Uhr

Do 11-13 Uhr

Facebook-Seite des GRK






Philosoph Norbert Hoerster zur Gast in Sankt
Georgen

„Am 5. Juli war der Philosoph Norbert Hoerster zur Gast in Sankt Georgen. Er diskutierte gemeinsam mit einem Vertreter der christlichen Theologie, Klaus Vechtel SJ, und einer Vertreterin der islamischen Theologie, Mira Sievers, über das Thema „Der gute Gott und das Übel: 

Hoerster 2Fragen an die Voraussetzungen eines rationalen Gottesbegriffs“.Es handelte sich dabei um die zweite Veranstaltung einer lockeren Reihe zu rationaler Theologie, die von Tobias Specker SJ (PTH Sankt Georgen) und

Mira Sievers (Uni Frankfurt) organisiert wird.

Norbert Hoerster vertrat eine kritische Haltung im Hinblick auf das Theodizee-Problem: Zwar sei dieses rational diskutierbar und eine erfolgreiche Theodizee nicht von vornherein auszuschließen, jedoch müsse diese klare Kriterien erfüllen. Übliche Brückenthesen, die die Existenz des Übels der Welt für mit einem allmächtigen und allgütigen Gott vereinbar halten, hält Hoerster nicht für ausreichend. Er führte leidenschaftlich klassische Gegenargumente gegen die theologische Theodizee ins Feld und machte deutlich, dass diese noch immer Beachtung finden müssten. In ihren Repliken bezogen sich Klaus Vechtel und Mira Sievers auf unterschiedliche Aspekte des Vortrags: Während Vechtel vor allem das Verlorengeben der Opfer der Geschichte im Falle einer fehlenden Theodizee kritisierte und so den Bezug zu der Veranstaltung mit Holm Tetens herstellte, verortete Sievers die Position Hoersters im Kontext der klassisch-islamischen Theologie – auch dort seien bereits göttliche Attribute teilweise aufgegeben worden, um das Theodizee-Problem zu lösen.

 

Im Rahmen der lebendigen Diskussion, an der sich die zahlreich erschienenen Zuhörer*innen rege beteiligten, wurde deutlich, dass das Theodizee-Problem trotz seiner langen Geschichte noch immer nicht als erledigt betrachtet werden kann und immer noch großes Interesse erregt. Für einen rationalen Gottesbegriff stellt sich heute die Frage, welche Konsequenzen die jeweiligen Antwortversuche haben und was für eine Theologie verantwortbar ist. Besonders die noch junge universitäre Islamische Theologie kann einen Anlass bieten, die von Hoerster vorgetragenen Argumente neu zu beleuchten.“