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KONTAKT

 

Sprecher des GRK:
Prof. Dr. Markus Wriedt

Prof. Dr. Thomas M. Schmidt


Koordination:

Dr. Eva Bucher

Corinna Sonntag


Anschrift:

Goethe-Universität Frankfurt

GRK Theologie als Wissenschaft
IG-Farben-Haus (FB 06)

PA-Gebäude, Hauspostfach 25

Norbert-Wollheim-Platz 1
60629 Frankfurt am Main

 

Hier finden Sie uns:
Campus Westend
IKB-Gebäude
Eschersheimer Landstraße 121
60322 Frankfurt am Main
1. OG, Raum 1560 

 

Dr. E. Bucher: 069 798 33388

C. Sonntag: 069 798 33366

Sprechzeiten:

Di 11-13 Uhr

Do 11-13 Uhr

Facebook-Seite des GRK






Leonie Wellmann
(Sprecherin der Kollegiat*Innen)

Goethe-Universität Frankfurt
GRK Theologie als Wissenschaft
IG-Farben-Haus (FB 06)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60629 Frankfurt am Main

Akademischer Werdegang

07/2017 Stipendiatin der Sommerschule „Artikulation des Unsicheren“ des Europäischen Zentrums für Sprachwissenschaft (EZS) und des Germanistischen Seminars Heidelberg, 24.-30.7.2017
10/2013 – 04/2017 Studium der Philosophie (Master of Arts, Goethe-Universität Frankfurt (Note: 1,0 mit Auszeichnung) Masterarbeit: „Tradition und Transzendenz. Sprache als Kommentar zur Wirklichkeit bei Theodor W. Adorno“
04/2016 – 04/2017 Stipendiatin der Pestalozzi-Stiftung Frankfurt
04/2015 – 10/2016 Teilnahme am Forschungsprojekt „Kritische Theorie und Religion“, Martin-Buber-Professur für jüdische Religionsphilosophie (Goethe-Universität Frankfurt) / Institut für Sozialforschung,  unter Leitung von Dr. Grażyna Jurewicz, Dr. Dirk Braunstein und Ansgar Martins
04/2014 – 03/2016 Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung
09/2013 Abschluss 2-Fach-Bachelor Philosophie / Soziologie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Note: 1,4) Bachelorarbeit: „‚die Versuchung, das Unausdrückbare direkt anzugehen‘. Zur Dichotomie von Begriff und Sache in der Sprachphilosophie Theodor W. Adornos“
02/2012 – 03/2012 Forschungsreise nach Südmexiko zum Thema „Migration, Geschlecht und Menschenrechte“, WWU Münster / Universität Kassel
04/2011 – 09/2013 Studium der Soziologie (2-Fach-BA), Westfälische Wilhelms-Universität Münster
10/2009 – 09/2013 Studium der Philosophie (2-Fach-BA), Westfälische Wilhelms-Universität Münster
10/2009 – 03/2011 Studium der Pädagogik (2-Fach-BA), Westfälische Wilhelms-Universität Münster

 

Beruflicher Werdegang 

seit 04/2018 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am DFG-Graduiertenkolleg 1728 „Theologie als Wissenschaft“  (Goethe-Universität Frankfurt)
10/2014 – 03/2017 Tutorin, Goethe-Universität Frankfurt, Institut für Philosophie
02/2013 – 04/2013 Praktikum, Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus der Stadt Köln / Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Köln
10/2012 – 03/2013 Tutorin, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Soziologie
10/2011 – 03/2013 Studentische Hilfskraft, Lehrstuhl für Theoriebildung mit dem Schwerpunkt soziale Kohäsion, Prof. Dr. Joachim Renn, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Soziologie

 

 

Forschungsinteressen:

Sprachphilosophie, Erkenntnistheorie, Metaphysik, Kritische Theorie („Frankfurter Schule“), Philosophie und Literatur, Religionsphilosophie, Profanisierung und Utopie

 

Vorträge und Workshops (Auswahl):

„,...als erhöbe das gedruckte Wort Einspruch gegen den Tod‘. Literarische Texte als Asyl theologischer Hoffnung im Profanen bei Adorno, Benjamin, Kracauer und Scholem“, Vortrag am 24.02.2018  im Rahmen des Forschungskollegs für Kritische Theorie, 23.-24.02.2018, Freie Universität Berlin

„Die Versenkung ins Unsichere. Das ,Denken ins Offene‘ und seine sprachlichen Formen bei Theodor W. Adorno“, Posterpräsentation im Rahmen der Sommerschule „Artikulation des Unsicheren“ des Europäischen Zentrums für Sprachwissenschaft (EZS) und des Germanistischen Seminars Heidelberg, 24.-30.7.2017

„Grenzgebiete des Möglichen. Erkenntnistheorie, Literatur und profanisierte Theologie in Theodor W. Adornos“, Vortrag am 05.11.2017 im Rahmen des Symposiums „Nicht sind die Fragen gelöst‘. Zur Gegenwart metaphysischer Widersprüche in der Kritischen Theorie“, 3.-5. November 2017, Humboldt-Universität Berlin

„,...den Stein aufheben, unter dem das Unwesen brütet.‘ Eine Einführung in zentrale Begriffe der Kritischen Theorie bei Horkheimer und Adorno“, Vortrag am 15.07.2017, AStA der Universität Koblenz-Landau

(mit Ansgar Martins) „Der Stachel der Theologie. Kritik und Rettung bei Horkheimer und Adorno“, Workshop am 03. und 04.02.107 im Rahmen der AstA-Veranstaltungen zur Ideologiekritik, Universität Münster

„,Profane Texte wie heilige anschauen‘. Zum Verhältnis theologischer Denkmuster zu Theodor W. Adornos Theorie des konstellativen Schreibens“, Vortrag am 08.01.2016 im Rahmen des Workshops „Kritische Theorie und Religion“, 08. – 10.01.2016, Institut für Sozialforschung, Frankfurt am Main

„Zwanzig Jahre nach dem ,Asylkompromiss‘: Neue Debatten um Migration, Flucht und Asyl“ Workshop am 08.06.2013 im Rahmen der Tagung „Dagegen – und dann?! 20 Jahre nach dem Brandanschlag von Solingen. Perspektiven der Erinnerung an rechte Gewalt in NRW“, 4. Workshoptagung für Bündnisse und Initiativen gegen Rechtsextremismus in NRW, Solingen

(mit David Adler und Tim Gijsemans) „Zur Aktualität der Kritischen Theorie“, Workshop 22. und 23.01.2011, Münster. 

 

Veröffentlichungen:

„,Profane Texte wie heilige anschauen‘. Zum Verhältnis theologischer Denkmuster zu Theodor W. Adornos Theorie des konstellativen Schreibens.“ In: Dirk Braunstein / Grażyna Jurewicz / Ansgar Martins (Hrsg.): „Der Schein des Lichts, der ins Gefängnis selber fällt.“ Religion, Metaphysik, Kritische Theorie. Berlin: Neofelis 2018, S. 103-122.

„Warum redet Pro NRW von ,Asylmissbrauch‘?“ In: Dominik Clemens / Hendrik Puls (Hrsg.): 33 Fragen und Antworten zu Pro Köln / Pro NRW. Entwicklung, Ideologie und Strategien einer vermeintlichen Bürgerbewegung. Köln: 2014, S. 62-66. 

Leonie Wellmann / Tim Gijsemans / Mara Hasenjürgen: „Care y migración: perspectivas género-específicas, hacia las cadenas globales de trabajo reproductivo.“ In: Universidad Autonoma Benito Juarez de Oaxaca. Instituto de Investigaciones Sociólogicas (Hrsg.): Revista Digital Estudiantil. Mirada Social. Dossier: Migración y género. Oaxaca: 2013, S. 11-15.

Mitarbeit an der Handreichung „Kein Recht auf Asylmissbrauch“. Rechte Kampagnen gegen Zuwanderer und Asylsuchende in NRW. Landesintegrationsrat NRW / Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus / Neonazismus an der FH Düsseldorf (Hrsg.), März 2013.

 

Promotionsprojekt:

„,...als erhöbe das gedruckte Wort Einspruch gegen den Tod‘. Sprachkritik im Grenzgebiet von profanisierter Theologie und Literatur bei Adorno, Benjamin, Kracauer und Scholem“

Anfang des 20. Jahrhunderts entfaltete sich vor dem Hintergrund einer Erfahrung der Moderne als ‚Sinnverlust‘ eine Diskussion zwischen (zumeist säkularen jüdischen) Frankfurter Intellektuellen über das Verhältnis von Theologie, Metaphysik und Materialismus, das die ältere Kritische Theorie und ihr Umfeld seit ihren Anfängen nachhaltig prägte. Im Fokus stand hierbei die These, dass nach der Zeit der großen (theologischen wie philosophischen) Systeme zwar nicht ungebrochen auf theologische Hoffnungen gesetzt werden dürfe, jedoch gerade in theologischen Denktraditionen ein Wahrheitsgehalt gegenüber der unversöhnten Wirklichkeit liege, der diese zu transzendieren vermag. Das Dissertationsprojekt zeichnet mit Fokus auf Adorno, Benjamin, Kracauer und Scholem die Entwicklung eines Konzepts einer ‚Theologie im Profanen‘ in dieser Denkkonstellation nach. Das erkenntniskritische Potential theologischer Motive steht (historisch bzw. materialistisch vermittelt) gegen geschlossene affirmative Sinnsysteme klassisch-theologischer und wissenschaftlicher Traditionen ein.

Das Dissertationsprojekt arbeitet die Verbindung einer ‚Theologie im Profanen‘ mit einer spezifischen sprachphilosophischen Position und der Reflexion auf eigene Lese- und Schreibweisen heraus. Diese entwickeln die Autoren im – teils sehr freien – Rückgriff auf theologische Traditionen, etwa kabbalistische Sprachmystik, und materialistische sowie linkshegelianische Philosophie. Mit der Diagnose einer ‚Sprachkrise‘ sowie des Verfalls eines das Bestehende transzendierenden Denkens in der Moderne bieten die Autoren einen Ansatz, der auch einen kritischen Blick auf postmoderne Konzeptionen von Sprache und Erkenntnis eröffnet.

Ausgehend von dieser sprachkritischen Perspektive wird eine Form eines Nachlebens theologischer Motive in der Moderne in literarischen Texten sowie in spezifischen Verfahren des Lesens und Schreibens erkennbar. Das Konzept ‚profanisierter Theologie‘ wird von den Autoren auffallend häufig anhand der Deutung literarischer Texte (etwa von Kafka, Goethe, Hölderlin oder Beckett) verhandelt. Einstweilen hängt die Hoffnung, die ‚unerlöste‘ sinnleere Welt möge nicht das Letzte und der Zugang zur Wahrheit nicht endgültig verloren sein, am sprachlichen Ausdruck, dem theologische wie literarische Motive Modell stehen. Theologische Gehalte sind somit doppelt gebrochen: durch ihre Negation bzw. Inversion, die die Welt ‚als Hölle‘ ins Auge fasst, und durch ihren Zugang über die Deutung traditioneller und literarischer Texte. Das Promotionsprojekt will die häufig übersehene Bedeutung von einer ‚Theologie im Profanen‘ sowie sprachphilosophischen Überlegungen in der älteren Kritischen Theorie herausarbeiten. Dass dieser Ansatz auch in der Post-Moderne nichts von seiner Aktualität verloren hat, ließe sich etwa an Robert Menasses kritischer Poetik und seiner ‚Trilogie der Entgeisterung‘ zeigen.