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KONTAKT

 

Sprecher des GRK:
Prof. Dr. Markus Wriedt

Prof. Dr. Thomas M. Schmidt


Koordination:

Dr. Eva Bucher

Corinna Sonntag


Anschrift:

Goethe-Universität Frankfurt

GRK Theologie als Wissenschaft
IG-Farben-Haus (FB 06)

PA-Gebäude, Hauspostfach 25

Norbert-Wollheim-Platz 1
60629 Frankfurt am Main

 

Hier finden Sie uns:
Campus Westend
IKB-Gebäude
Eschersheimer Landstraße 121
60322 Frankfurt am Main
1. OG, Raum 1560 

 

Dr. E. Bucher: 069 798 33388

C. Sonntag: 069 798 33366

Sprechzeiten:

Di 11-13 Uhr

Do 11-13 Uhr

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Christoph Rogers

Goethe-Universität Frankfurt
GRK 1728 Theologie als Wissenschaft
Goethe-Universität Frankfurt
Campus Westend, IKB, Raum 1500
60323 Frankfurt am Main

Akademischer Werdegang

Wintersemster 07/08 - Sommersemester 2013  Diplomstudium der Arabistik an der Universität Wien.
Abschlussarbeit: „Individuation bei Ibn Sina“
Wintersemester 14/15 - Sommersemester 2016  Masterstudium der Philosophie: „Pensée Européenne et Enseignement de la Philosophie“ an der Universität Nizza.
Abschlussarbeit: „Sortir de l'être?: Le problème de l'horizon chez Emmanuel Levinas"

Beruflicher Werdegang

10/2010 – 03/2018 angestellt als Lektor beim Bühnen- und Musikverlag Hans Pero in Wien

Promotionsprojekt:

Religion and the problem of expression

Ich befasse mich mit der Differenz-Philosophie von Gilles Deleuze und suche diese im Feld theologischer Grundlagenforschung, wie auch im Bereich der Religionswissenschaften fruchtbar zu machen. Im ersten Teil meiner Arbeit gehe ich auf die deleuzianische Rezeption klassischer Denker, allen voran Spinoza, Leibniz und Kant ein. Deleuze selbst betrachtete sich als einen traditionellen Philosophen, der metaphysische Grundprobleme zu durchdenken suchte mit dem Ziel neue philosophische Begriffe zu kreieren. So wurzelt ein großer Teil der Terminologie, die Deleuze in seinen Texten zur Geltung bringt, in metaphysischen und theologischen Spekulationen über das Wesen Gottes, wie beispielsweise die Begriffe der Univozität und der Immanenz.

In einem ersten Schritt soll erörtert werden, welche Stellung onto-theologischen Konzeptionen des Realen in Deleuze's Werken zukommt. Es muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass für Deleuze das Denken und das Reale in einer wesentlich positiven Beziehung zu einander stehen, insofern das Denken selbst immer schon als eine Form des Ausdrucks und des Ausdrückens des Realen zu begreifen ist. Es soll allerdings gleichzeitig aufgezeigt werden, wie und weshalb die deleuzianische Philosophie den Rahmen einer Ontologie bzw. Onto-theologie sprengt. Somit kann Religion ebenfalls nicht mehr durch eine solche Seinsauffassung er- und begründet werden. Formuliert man die Krise der Moderne als einen Verlust des bedeutungs- und sinnstiftenden Einheitshorizonts, so kann man in diesem Zusammenhang das Deleuzianische Denken als eine affirmative Theoretisierung des irreduzibel Partikularen und Multiplen beschreiben, als ein Denken nomadischer Multiplizität ohne Einheit. In Hinblick auf die gleichzeitige Verabschiedung des Realen und des Denkens von den Kategorien der Einheit und der Identität ist zu fragen, wie sich das Verhältnis von Philosophie und Nicht-Philosophie (das andere der Philosophie) verstehen lässt. In welcher Relation steht das philosophische Denken zu Kunst, Wissenschaft und Religion, begriffen als Nicht-Philosophie?

Zunächst behandeln wir die Abgrenzung und Transformation, die sich im frühen Werk von Deleuze vollzieht – von einer Philosophie des Urteils hin zu einer affirmativen und vitalistischen Philosophie des Ausdrucks. Sodann erfolgt im zweiten Teil die Darlegung der dem deleuzianischen Denken zugrundeliegenden Spannung zwischen Vitalismus und Strukturalismus.

Diese Problematik legt den Grund für die Behandlung der Frage, wie sich eine deleuzianische Theorie der Religion in Verbindung mit der zur Darstellung gebrachten Logik der Expression (im Unterschied zu einer Logik des Urteils) denken lässt. In diesem Zusammenhang möchte ich das Begriffspaar ad-dunya- al-achira – die islamische Unterscheidung von Diesseits und Jenseits – in diversen Texten und Diskursen untersuchen.