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KONTAKT

 

Sprecher des GRK:
Prof. Dr. Markus Wriedt

Prof. Dr. Thomas M. Schmidt


Koordination:

Dr. Eva Bucher

Corinna Sonntag


Anschrift:

Goethe-Universität Frankfurt

GRK Theologie als Wissenschaft
IG-Farben-Haus (FB 06)

Hauspostfach 47

Norbert-Wollheim-Platz 1
60629 Frankfurt am Main

 

Hier finden Sie uns:
Campus Westend
IKB-Gebäude
Eschersheimer Landstraße 121
60322 Frankfurt am Main
1. OG, Raum 1560 

 

E. Bucher: 069 798 33388

C. Sonntag: 069 798 33366

Sprechzeiten:

Di 12-14 Uhr

Mi 10-12 Uhr

Do 12-14 Uhr

Facebook-Seite des GRK






Tugrul Kurt
(Kollegiat)

Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam
Fachbereich 09 – Sprach- und Kulturwissenschaften
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Bockenheim, Juridicum, Raum 213
Senckenberganlage 31
60325 Frankfurt am Main

Akademischer Werdegang

20092014  Bachelor- Studium „Internationale Islamische Theologie“ an der Marmara Universität in Istanbul
2013–2015 International Academic Workshop- Universität Tübingen, Fach- Hochschule Ludwigsburg und Marmara Universität 
2014–2016 Master- Studium: „Religionswissenschaften“ an der Marmara Universität
04/2017 Graduate Student Colloquium on Middle Eastern & Islamic Studies in Diyanet Center of America

Beruflicher Werdegang 

2016–2017 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der 29 Mai Universität
2017–2018 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Marmara Universität
Seit 04/2018 Stipendiat des DFG-Graduiertenkollegs 1728 „Theologie als Wissenschaft“

 

Promotionsprojekt:

 

Über die christlichen Quellen der isrāʾīlīyāt-Materialien – Ein quellenhistorischer Beitrag zur Rekonstruktion des Christlichen in der Offenbarungszeit des Korans

Die zentrale Fragestellung des Promotionsvorhabens lautet: Welches sind die christlichen Quellen der isrāʾīlīyāt in Bezug auf die quellenhistorische Rekonstruktion der christlichen Einflüsse in der Offenbarungszeit des Korans? Was ist insbesondere die Funktion und wie ist die Präsenz der syrischen Christen  in der Entstehungsphase des Korans zu interpretieren?

In der Dissertationsarbeit soll dieses für die Erforschung der Frühzeit des Islams relevante Thema der Rekonstruktion des Christlichen in der Offenbarungszeit des Korans behandelt werden. Die christlichen Quellen der isrāʾīliyyāt sind ein wichtiger Baustein der Erstzuhörerschaft des Korans, denn die unmittelbaren Ansprechpartner des Korans bildeten keine homogene Gemeinschaft. Ganz im Gegenteil, innerhalb der Offenbarungszeit, im 7. Jahrhundert n. Chr. florierte Mekka als eines der Wirtschaftszentren der Arabischen Halbinsel. Das Mekka der Spätantike beheimatete Angehörige vieler verschiedener Religionen. Neben den arabischen Paganen gab es Juden, Christen, Zoroastrier, Manichäer und Hanifen. Viele Verse im Koran beschäftigen sich mit den genannten Religionen und deren Anhängern, die zu den unmittelbaren Ansprechpartnern und somit zur Erstzuhörerschaft des Korans gehören. Aus diesem Grunde ist eine gute Kenntnis über das religiöse Milieu des Hedschas zur Rekonstruktion des Offenbarungsumfelds des Korans besonders wichtig. Die Grundproblematik besteht allerdings darin, dass dort eine mündliche Tradition vorherrschte und viele der kulturellen, kultischen und religiösen Eigenschaften schwer auszumachen sind. Dies ist auch der Grund, warum die Überlieferungsgattung isrāʾīliyyāt, welche im Grunde Ergänzungen der knapp ausgedrückten koranischen Erzählungen um biblische Narrationen meint, in ihrer Erscheinungsform nicht immer ganz klar und nachvollziehbar ist. Darüber hinaus besteht weiterhin das Problem, dass in der klassischen Koranauslegung meistens „nur“ die jüdischen Aspekte der isrāʾīliyyāt in den Vordergrund rücken, da die talmudischen – Tora und Mischna könnte man auch noch separat erwähnen – mit den apokryphen Schriften den größten Teil der isrāʾīliyyāt ausmachen. Dies wird zumindest in den meisten Studien zum Koran und Koranexegese postuliert. Bei näherem Hinblicken jedoch erkennt man, dass man zwischen talmudischen und christlichen Quellen unterscheiden kann. Diese Dissertation hat es sich zur zentralen Aufgabe gemacht, insbesondere die christlichen Quellen der isrāʾīlīyāt und die Rolle und Funktion des Christlichen in der Offenbarungszeit zu analysieren und eine quellen-historische Rekonstruktion zu bieten. An dieser Stelle sei angemerkt, dass unsere Arbeit nicht von der orientalistischen Prämisse ausgeht, den Koran nur als jüdische oder christliche Schrift oder die Weiterführung der Bibel zu sehen, sondern sich innerhalb der islamisch-theologischen Tradition verortet, für die der Koran vielmehr als einen Text, der auf der Basis des Kulturguts und dem monotheistischen bzw. theistischen Erbe des Juden- und Christentums fundiert, betrachtet wird.