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KONTAKT

 

Sprecher des GRK:
Prof. Dr. Markus Wriedt

Prof. Dr. Thomas M. Schmidt


Koordination:

Dr. Eva Bucher

Corinna Sonntag


Anschrift:

Goethe-Universität Frankfurt

GRK Theologie als Wissenschaft
IG-Farben-Haus (FB 06)

PA-Gebäude, Hauspostfach 25

Norbert-Wollheim-Platz 1
60629 Frankfurt am Main

 

Hier finden Sie uns:
Campus Westend
IKB-Gebäude
Eschersheimer Landstraße 121
60322 Frankfurt am Main
1. OG, Raum 1560 

 

Dr. E. Bucher: 069 798 33388

C. Sonntag: 069 798 33366

Sprechzeiten:

Di 11-13 Uhr

Do 11-13 Uhr

Facebook-Seite des GRK






Gül Nigar Dükan
(Kollegiatin)

Goethe-Universität
GRK 1728 Theologie als Wissenschaft
Hauspostfach 47
Norbert-Wollheim-Platz 1
60329 Frankfurt am Main

Akademischer Werdegang

WS 2005/06 Studium der Jüdischen Studien und Islamwissenschaft an der Hochschule für Jüdische Studien und Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg
SS 2010 Bachelor of Arts in Religionswissenschaft und Ethnologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
WS 2014 Master of Arts in Religion und Kultur an der Humboldt-Universität in Berlin
seit 04/2018 Doktorandin des DFG-Graduiertenkollegs 1728 „Theologie als Wissenschaft“

 

Beruflicher Werdegang 

SS 2007 Wissenschaftliche Hilfskraft, Tutorin, (HfJS Heidelberg)
SS 2012  Wissenschaftliche Hilfskraft, Sekretariat (Institut für Religionswissenschaft, Heidelberg)
09/2015-08/2016  Studentische Mitarbeiterin am „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ (Berlin)

 

Promotionsprojekt:

 

,,Innere Erfahrung und Ritual. Georges Batailles Religionstheorie.

Im vorliegenden Promotionsprojekt wird die Aufgabe gestellt, aus den Werken Georges Batailles eine Religionstheorie herauszuarbeiten, welche die anthropologische Dimension seiner Arbeiten als Fundament erklärt. Im Mittelpunkt seiner Religionsuntersuchungen stehen die Spannungsverhältnisse zwischen sakralen und profanen Elementen innerhalb einer Gesellschaft, die sich als soziale Triebkräfte - auch jenseits religiös konnotierter Felder – manifestieren.

Gemeinsam mit den Surrealisten und Ethnologen Roger Caillois und Michel Leiris gründet er im Jahr 1937 das Collège de Sociologie, um im Rahmen einer sakralsoziologischen Untersuchung eben jene unbewussten Mechanismen zu erforschen, die moderne Gesellschaften unterhalb rational nicht erfassbarer Prozesse steuern und beeinflussen. Dem Collège geht es darum, im Anschluss an Durkheims religionstheoretische Überlegungen, das Feld des Religiösen mit der Frage nach der einheitsstiftenden Funktion des Heiligen auf der Grundlage kollektiver und menschlicher Erfahrungen neu zu bestimmen.

Mit der These „Religion ist die Suche nach der verlorenen Intimität“ verweist Bataille auf die genuine Erfahrungsqualität des Religiösen und entwickelt eine eigene Herangehensweise in der von ihm entworfenen Methode der „Atheologie“, um das unmittelbare Erleben einer „inneren Erfahrung“ als Kategorie des Göttlichen, fern von normativen oder religiös gedeuteten Beschreibungsprozessen, zu bewerten. Die innere und äußere Dimension seiner Religionstheorie mündet schließlich in einer funktional-pragmatischen Ebene des gemeinschaftlichen Rituals, das  in seinen Deutungen zum Opferbegriff ausführlich dargelegt wird.

Im Projektvorhaben wird das Augenmerk darauf gelegt, einige grundlegende und systematisch signifikante Aspekte seiner Religionstheorie hervorzuheben, indem eine Analyse seiner zentralen Schlüsselkonzeptionen erfolgt. Dazu zählen Begriffe wie Transgression und Transzendenz, Immanenz und Intimität als auch Opfer, Verausgabung und Mystik. Dabei ist es von Interesse, die Bedeutung und die existentiell-pragmatische Dimension dieser Begriffe auch aus dem Kontext der Ganzheitlichkeit des menschlichen Lebens wie zum Beispiel in Bezug auf den Tod, die Sexualität, die Gesellschaft und die Ökonomie, aus seinen Texten heraus angemessen zu bestimmen sowie den inneren Zusammenhang derselben darzulegen, um schließlich die diese Phänomene fundierende Programmatik freizulegen.

Nach den Ausführungen Batailles kann die Religion nicht mehr als ein objektiv geltendes System oder eine etablierte Institution gewertet werden. Sie ist vielmehr anthropologisch bedingt und im Subjekt selbst disponiert. Damit ergeben sich neue Perspektiven auf die Frage, inwiefern die Religion als integrativer Bestandteil in modernen Gesellschaften nach wie vor eine Relevanz besitzt und welchen Stellenwert die Kategorie der religiösen Erfahrung, auch außerhalb einer individualpsychologischen Position, für die Bildung von Gemeinschaften einnimmt.