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Gegen die Vereinnahmung Luthers

Tabea Kraaz und der faszinierende Reformator

Von Martin Luther ist derzeit viel die Rede. Das große Reformationsjubiläum naht: 1517 veröffentlichte Luther seine 95 Thesen zum Ablasshandel der Kirche, und es begann ein Prozess, der schließlich zur Kirchenspaltung führen sollte.

Bis zum Jubiläumsjahr 2017 wird Tabea Kraaz ihre Luther-Promotion zwar noch nicht fertiggestellt haben. Aber es wird sich 2018 ebenso lohnen, sich mit dem Reformator zu beschäftigen – dann auch mit Kraaz‘ Hilfe. Die Theologin befasst sich mit Aussagen Luthers über Wunder, vor allem in den vielen Briefen, die er geschrieben hat.

Wer sich mit dem Reformator befasst, stößt auf teils widersprüchliche Äußerungen. Das stellt auch Kraaz fest. „Konträre Aussagenlogik“ nennt die Siebenundzwanzigjährige das. Mal traue Luther Gott viele Wunder zu, mal sagt er, Gott wolle keine Wunder wirken – je nach dem Zusammenhang, in der der Reformator Stellung beziehe. Das werde besonders in seinen Briefen deutlich, die er zu konkreten Anlässen geschrieben habe. Beliebig seien Luthers Ausführungen deswegen aber nicht.

Von Luther ist Kraaz schon lange fasziniert, wie sie sagt. „Er hat keine spekulative Theologie entwickelt, er schreibt konkret.“ Sie hat in Marburg und Göttingen evangelische Theologie studiert und ist seit April dieses Jahres Stipendiatin im Graduiertenkolleg. Kraaz schätzt es, in dessen Rahmen ihre Forschung „zur Debatte stellen“ zu können. Betreut wird ihre Arbeit vom Kirchenhistoriker Markus Wriedt.

Kraaz will mit ihrer Promotion zu einem differenzierten Bild über Luther beitragen und dazu, eine „historische Distanz“ zu schaffen. Die ist Kraaz zufolge auch nötig, denn der Reformator werde „oft ge- und missbraucht“, gerade im Zusammenhang mit dem Reformationsjubiläum.

 

 

Am 08.12.2015 erschien das von Stefan Toepfer verfasste Interview in der FAZ.