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Zeichen islamischer Pluralität

Wael Abbas und die Rekonstruktion eines verlorenen Werks

Die Arbeit von Wael Abbas ähnelt einem großen Puzzle. Wie man Teil an Teil legt, um ein Bild zu gewinnen, studiert Abbas viele Quellen, um einen über mehrere Jahrhunderte zitierten, umfangreichen Koran-Kommentar von Abu Muslim al Asfahani zu rekonstruieren, der verlorenging.

Der Koran-Gelehrte lebte im 10. Jahrhundert und gehörte zur Gruppe der Mutaziliten, einer rationalistischen Schule im Islam. „Sie legt in der Interpretation des Koran viel Wert auf den Verstand“, sagt Abbas. Indem er sich in seiner Promotion grade mit einem Vertreter dieser Richtung befasse, wolle er nicht zuletzt an die „Vielfalt des islamischen Theologie“ erinnern. Es habe schon viele Versuche gegeben, den verlorengegangenen Kommentar wiederherzustellen. „Ich möchte nun die Lücke füllen.“

Über die konkrete Arbeit an dem Werk Abu Muslim al Asfahanis hinaus möchte Abbas eine Rekonstruktionsmethode entwickeln, die auch auf andere Texte – muslimische, christliche und jüdische – angewendet werden kann. Vom Graduiertenkolleg profitiert der Zweiunddreißigjährige durch den Austausch mit Wissenschaftlern aus verschiedenen Disziplinen, aber auch durch die Unterstützung für die vielen Archivreisen, die er für seine Promotion unternehmen muss.

Geboren wurde Abbas in Ägypten. Er hat an der Al-Azhar-Universität in Kairo studiert und war als Imam, Prediger und Religionslehrer tätig. Sein Interesse an der Promotion in Deutschland wuchs bei einem Aufenthalt 2011, bei dem er auch seinen Doktorvater Ömer Özsoy vom Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam der Goethe-Universität kennenlernte. Das Promotionsstudium begann er 2013. Wo Abbas seine wissenschaftliche Laufbahn fortsetzt, in Deutschland oder Ägypten, ist offen: „je nachdem, wo es eine Chance für mich gibt“.

 

 

Am 08.12.2015 erschien das von Stefan Toepfer verfasste Interview in der FAZ.