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KONTAKT

 

Sprecher des GRK:
Prof. Dr. Markus Wriedt

Prof. Dr. Thomas M. Schmidt


Koordination:

Corinna Sonntag


Anschrift:

Goethe-Universität Frankfurt

GRK Theologie als Wissenschaft
IG-Farben-Haus (FB 06)

Hauspostfach 1, IG

Norbert-Wollheim-Platz 1
60629 Frankfurt am Main

 

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Campus Westend
IG-Farben-Haus
Norbert-Wollheim-Platz 1
60629 Frankfurt am Main
Raum: NG 1.713 und IG 1.511

 

C. Sonntag: 069 798 33366

Sprechzeiten:

Di 11-13 Uhr

Do 11-13 Uhr

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"Die Geschichte des Islams in Bosnien und Herzegowina"

Prof. Omerika

Zum Auftakt der Summerschool in Sarajewo referierte Frau Prof. Dr. Omerika die Genese der aktuellen politischen, ethnischen und religiösen Situation(en) in Bosnien und Herzegowina, unter besonderer Berücksichtigung seiner Hauptstadt. Nach einer Darstellung der historischen Voraussetzungen für den Bosnienkrieg (1992-1995), stellte sie heraus, dass es seit und trotz des Vertrages von Dayton keine einheitliche Vorstellung darüber gibt, was der Staat Bosnien und Herzegowina eigentlich sei.
Wegen der ethnischen, religiösen und politischen Verquickungen, so Frau Prof. Omerika, war und ist eine identitäre Vergewisserung der verschiedenen Gruppierungen im heutigen Bosnien und Herzegowina nicht bloß eine säkulare Frage, die durch eine ethnische Segregation zu beantworten ist. Stattdessen fördere die gegenseitige Verschränkung der verschiedenen Milieus insbesondere dann Konflikte, wenn den erwarteten Rollen nicht entsprochen wird (z.B. durch Mischehen oder Konversionen). Neben diesen Betroffenen seien aber auch Minderheiten (wie z.B. Juden) staatlich nicht repräsentiert, da politische Ämter an die drei ethnischen Kontingente (Serben, Kroaten, Bosnier) rückgebunden sind. Weil Politik also stets Identitätspolitik ist, die sich an den Differenzierungsmerkmalen Sprache, Religion und Ethnie orientiert, folgerte die Referentin, dass sich bis zum jetzigen Zeitpunkt kein Staatsvolk etablieren konnte.
Die skizzierte verhängnisvolle Verschränkung von Ethnie und Religion wird auch dort greifbar, wo sich Staatskritik als Religionskritik artikuliert und so Religion zum Ersatzdiskurs wird, während zugleich Religion von staatlicher Seite genutzt wird um Identität zu inszenieren.
 
Friederike Eichhorn-Remmel