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KONTAKT

 

Sprecher des GRK:
Prof. Dr. Markus Wriedt

Prof. Dr. Thomas M. Schmidt


Koordinatorinnen:

Corinna Sonntag

Dr. Carmen Nols


Anschrift:

Goethe-Universität Frankfurt

GRK Theologie als Wissenschaft
IG-Farben-Haus (FB 06)

Hauspostfach 47

Norbert-Wollheim-Platz 1

60629 Frankfurt am Main

 

Hier finden Sie uns:
Campus Westend
IG-Farben-Haus, Hauptgebäude
Souterrain, Raum 0.153 
C. Nols: 069 798 33343

C. Sonntag: 069 798 33366

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Workshop "Einführung in die gute wissenschaftliche Praxis"

 

BERICHT ZUM WORKSHOP

Fr. 27. – Sa 28. Nov.

Dr. Roman BECK

(Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen –

Institut für Weltkirche und Mission)

Einführung in die gute wissenschaftliche Praxis

 

In diesem zweitägigen Workshop sind wir, unter der Leitung von Herrn Dr. Roman Beck, Doktor in Theologischer (Bio)Ethik und u.a. stv. Direktor des Instituts für Weltkirche und Mission, in einschlägige Fragen und Konzepte bezüglich der „guten wissenschaftlichen Praxis“ eingeführt worden. Leitziel war dabei die Beleuchtung des Spektrums von Handlungsweisen innerhalb der Dichotomie zwischen Redlichkeit und Fehlverhalten in der Wissenschaft, und hierdurch die Förderung einer entsprechenden ethischen Entscheidungskompetenz.1

Während des ersten Abends handelte es sich darum, einen theoretischen Rahmen zu schaffen. Nach einer Eröffnungsdebatte über die Frage, weshalb man nicht plagiieren sollte, in der wir auf einige originelle und auch lustige Gründe gegen Plagiate gestoßen sind, wurden uns Definitionen einer Handlungsbezogenen Ethik und eine knappe Darstellung der klassischen Ethikkonzeptionen (Tugendethik, Deontologie, Utilitarismus) vorgestellt. Workshop_gute_wiss_Praxis2Dies konnte m.E. in der Tat, ein gewisses theoretisches Bewusstsein zustande bringen, ohne das sich die späteren Überlegungen nicht in ihrer Reichweite entfalten hätte können. Andererseits hatten viele den Eindruck, dass eine solche, freilich oberflächliche Einführung in ein Thema, mit dem Schülerinnen und Schüler der Theologie u.Ä. schon lange vertraut sind, ungeeignet war.

Anschließend bekamen wir eine gleichartige Einführung ins Thema Wissen und Wissenschaftkonzeptionen, und, was allerdings für die meisten neu war, einen genaueren Blick in die Theorie Robert Mertons (1910-2003) über das wissenschaftliche Ethos.

Am Anfang des zweiten Tages, dann, setzten wir uns ziemlich gründlich mit den Regeln der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis auseinander. Danach besprachen wir Formen und Dimensionen des wissenschaftlichen Fehlverhaltens, insbesondere des Plagiats, d.i. die Form die für uns, DoktorandInnen, am relevantesten war. Schließlich kam es zu einer kurzen Besprechung der Betreuung und möglicher Interessenkonflikte.

Workshop_gute_wiss_PraxisDer Workshop war insgesamt beträchtlich reich an theoretischen Ansätzen, realen Beispielen und Raum zu Anregungen und kollektiver Diskussion. Auch die Präsentation von Dr. Beck war sehr geschickt. Negativ jedoch war für viele die Zeitspanne, die, angesichts der Zeit des Jahres, und gerade auch weil sie teilweise aufs Wochenende fiel, ungelegen kam, und der Mangel an wirklich praktische Beschäftigung mit dem Thema, was die Relevanz des Workshops beeinträchtigte. Letztes ist jedoch ein Problem, welches, meines Erachtens, eher auf das Format Workshop an sich zurückzuführen ist: viele Fähigkeiten sind einfach nicht durch das Verständnis von Instruktionen oder sogar durch gezielte Übungen zu lernen, aber brauchen Erfahrung in der realen Praxis.

Abschließend ist ein Teil der Gruppe noch zum Weihnachtsmarkt in der Stadtmitte gegangen. Die Veranstaltung hat also, können wir folgern, die Beziehungen innerhalb der Gruppe wieder ein wenig gefestigt — im akademischen Kontext aber auch im familiären. (Frédéric Dubois)



1 So unsere Koordinatorin Dr. Carmen Nols in ihrem Ankündigungsbericht.