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KONTAKT

 

Sprecher des GRK:
Prof. Dr. Markus Wriedt

Prof. Dr. Thomas M. Schmidt


Koordinatorinnen:

Corinna Sonntag

Dr. Carmen Nols


Anschrift:

Goethe-Universität Frankfurt

GRK Theologie als Wissenschaft
IG-Farben-Haus (FB 06)

Hauspostfach 47

Norbert-Wollheim-Platz 1

60629 Frankfurt am Main

 

Hier finden Sie uns:
Campus Westend
IG-Farben-Haus, Hauptgebäude
Souterrain, Raum 0.153 
C. Nols: 069 798 33343

C. Sonntag: 069 798 33366

Facebook-Seite des GRK






Emine Kurum
(Stipendiatin, Mitglied der DocAG Methode, Interpretation, Rechtfertigung – Religion in der Moderne)

Goethe-Universität Frankfurt
Fachbereich 09 (Sprach- und Kulturwissenschaften)
Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam
Senckenberganlage 31, 60325 Frankfurt am Main
Juridicum, Raum 216

Akademischer Werdegang 

10/2005 – 06/2011 Goethe Universität Frankfurt, Studium der Islamischen Religionswissenschaft (MA); Hauptfach: Islamische Religionswissenschaft, 1.Nebenfach: Jüdisch-christliche Religionswissenschaft, 2.Nebenfach: Soziologie
10/2007 – 03/2013 Goethe Universität Frankfurt, Studium der Soziologie (Diplom)

Beruflicher Werdegang

 

10/2012 – 02/2013 Wissenschaftliche Hilfskraft am Fachbereich für Gesellschaftswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt
10/2012 – 11/2013 Wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam, Goethe-Universität Frankfurt
12/2013 – 03/2015  Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam, Goethe-Universität Frankfurt
04/2015 – 07/2015  Lehrbeauftragte am Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam, Goethe-Universität Frankfurt (Seminar: Ḥadīṯwissenschaften)
Seit 06/2012  Redaktionsmitglied der Zeitschrift für Islamische Studien (ZIS), Lektorat 
Seit 05/2013   Vorstandsmitglied im Institut für Islamische Studien und Interkulturelle Zusammenarbeit (IFISIZ e.V.)
Seit 04/2015 Stipendiatin beim GRK 1728 „Theologie als Wissenschaft“

Promotionsprojekt:

Narrative Repräsentation und Transformation von Überlieferungen (riwāyāt) - Ein Rezeptionsvergleich von Überlieferungen in der Ḥadīṯliteratur und in arabischen Geschichtswerken -

 

Das Ziel dieses Dissertatinsprojektes ist es, arabische Erzähltexte in den Bereichen Ḥadīṯ und Geschichte einer umfassenden Untersuchung zu unterziehen, indem ihre Erzählformen und Erzähltechniken mit literaturwissenschaftlichen Methoden aufgearbeitet werden.

 

Bei näherer Betrachtung der islamischen Quellenwerke zu historischen Ereignissen ist ohne Zweifel nicht von einer einzigen Vergangenheit, sondern von Vergangenheiten im Plural die Rede. Auch wenn in diesen Werken die Absicht gehegt wird, an historische Wahrheiten möglichst nahe heranzutreten, werden im Laufe der Zeit doch nur neue Texte über andere Texte produziert. Der Historiker und der Traditionarier (muḥaddiṯūn) sind nur selten in der Lage, Ereignisse, die in der Vergangenheit liegen, möglich wirklichkeitsnah zu rekonstruieren. Genau an dieser Stelle möchte diese Arbeit mit der Untersuchung ansetzen und exemplarisch die Themen isrāʾ (Nachtreise) und miʿrāǧ (Himmelsreise), zum Einen in Werken, die sich Ḥadīṯsammlungen und Ḥadīṯkommentaren (šurūḥ) und zum Anderen in solchen, die sich dem Genre der Geschichtsschreibung zuordnen lassen, untersuchen. Das Untersuchungsmaterial umfasst Werke der frühesten sīra/ taʾrīḫ- und ḥadīṯ-Literatur bis jene, die zum Ende der Mamlukendynastie entstanden sind. Auch wenn inhaltlich und formal eine enge Beziehung zwischen diesen Disziplinen besteht, indem sie historischen Gegebenheiten und/ oder Handlungsanleitungen Raum geben, weisen sie dennoch typologische Unterschiede auf. Dabei geht es in dieser komparativen und diachronen Forschung um den chronologischen Abriss der Erzähltradition muslimischer Autoren.

 

In diesem Projekt werden die islamischen Quellenwerken als literarische Werke verstanden und anhand der literaturwissenschaftlichen Methode der Narratologie an den oben genannten Fallbeispielen die Kennzeichen der Erzählung/en arabischer Texte aus verschiedenen Epochen herausgearbeitet und anschließend ihre historischen Entwicklungen bzw. Transformationen einem Vergleich unterzogen. Durch die Anwendung dieser Methode auf historiographische Texte wird das Ziel verfolgt, Kenntnis über die Rezeption der Vergangenheit sowie den Grund für das Erwähnen und Auslassen in der Erzählung zu erlangen; schließlich bedingen sich Geschichte und Erzählen gegenseitig. Folglich geht es primär um die Erzählung selbst und um die Gegenüberstellung von Erzählmustern aus verschiedenen historischen Epochen, mit dem Ziel, deren Modifikation und Entwicklung zu rekonstruieren und weniger um die Bestimmung des Authentizitätsgrades und der Faktizität der Nachrichten. Schließlich sind es diese Texte, welche die Glaubenstradition der Menschen innerhalb der Jahrhunderte prägten und einer fortwährenden Reflexivität unterstanden. Aus der Dynamik von religiösen Texten erfolgt auch eine Dynamik der Glaubenslehren.