Home
deutsch english

KONTAKT

 

Sprecher des GRK:
Prof. Dr. Markus Wriedt

Prof. Dr. Thomas M. Schmidt


Koordinatorinnen:

Corinna Sonntag

Dr. Carmen Nols


Anschrift:

Goethe-Universität Frankfurt

GRK Theologie als Wissenschaft
IG-Farben-Haus (FB 06)

Hauspostfach 47

Norbert-Wollheim-Platz 1

60629 Frankfurt am Main

 

Hier finden Sie uns:
Campus Westend
IG-Farben-Haus, Hauptgebäude
Souterrain, Raum 0.153 
C. Nols: 069 798 33343

C. Sonntag: 069 798 33366

Facebook-Seite des GRK






Vorlesung anlässlich des 25. Jubiläums der Martin Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie

Martin-Buber-VorlesungAnlässlich des 25. Jubiläums der Martin Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie wird die diesjährige Martin-Buber-Vorlesung in feierlichem Rahmen begangen – mit einem Grußwort von Pröpstin Gabriele Scherle (EKHN), musikalischer Begleitung durch das Roman Kuperschmidt-Ensemble und einem anschließenden Empfang. Die Veranstaltung fand am Dienstag, dem 9. Dezember 2014 um 18 Uhr c.t. auf dem Campus Westend (Casino, Raum 1.801) statt. Im Jahre 1989 stiftete die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau die Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, die bis 2009 zahlreiche namhafte Gastprofessorinnen und -professoren nach Frankfurt am Main geführt hat. Seit 2010 ist die Professur mit ihrem Inhaber Prof. Dr. Christian Wiese ein dauerhafter Bestandteil der interdisziplinären Erforschung jüdischer Religion, Geschichte und Kultur an der Goethe-Universität. Die Professur erinnert an das Wirken des berühmten Religionsphilosophen Martin Buber (1878–1965) in Frankfurt, der zunächst am Freien Jüdischen Lehrhaus, seit 1924 dann als Lehrbeauftragter und zwischen 1930 und 1933 als Honorarprofessor für Jüdische Religionslehre und Ethik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität bedeutende geistige Impulse setzte. Im Rahmen der jährlichen Martin-Buber-Vorlesung zur jüdischen Geistesgeschichte und Philosophie präsentieren herausragende internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neueste Forschungsergebnisse zur jüdischen Geistes- und Kulturgeschichte, zur jüdischen Religionsphilosophie sowie zu den Beziehungen des Judentums zu Christentum und Islam. Den Festvortrag hält Prof. Dr. Sigrid Weigel (Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin) zum Thema „In der Maske des Paulus – Jacob Taubes liest Walter Benjamin“. "Zitate aus den Schriften Benjamins ziehen sich wie eine heiße Spur durch die Vorträge, Briefe, Seminare und Veröffentlichungen von Jacob Taubes. Doch welcher Benjamin ist es, dessen Sätze Anfang der 60er Jahre wie Funken im Taubes’ intellektuellem Kosmos auftauchen? Der Vortrag verfolgt zwei Hauptlinien von Jacob Taubes’ Benjamin-Lektüre. In der ersten Linie, die entlang der Noten zum Surrealismus (1963), des Aufsatzes Kultur und Ideologie (1969), der Aufzeichnungen zum Seminar über die Thesen zum Begriff der Geschichte aus dem WS 1984/85 bis zum Aufsatz Walter Benjamin - ein moderner Marcionit? (1986) verläuft, tritt Benjamin als Gewährsmann einer geschichtsphilosophischen Betrachtung von Fragen auf den Plan, die ansonsten meist als ästhetische firmieren. Danach macht Taubes’ Benjamin mehrere Metamorphosen durch, tritt einmal in der Maske des „modernsten theologischen Marxismus“ auf, dann als Theoretiker des Messianismus, als Autor politischer Theologie und schli e ßlich als Marcionit der Moderne. Die zweite Linie setzt knapp ein Jahrzehnt später ein und verläuft entlang einer Engführung mit Carl Schmitt, in der die beiden Autoren wie die Pole einer gleichsam elektrisch geladenen Denkspur erscheinen. Sie mündet in Taubes’ Paulus-Vorlesungen 1987, in denen Benjamin als Exeget des Römerbriefs auftritt. Die letzte Maske, die ihm Taubes aufgesetzt hat, ist die von Paulus."

(Ottfried Fraisse)